Rushhour – Rieter – Relationship

Wir erlebten die Rushhour ganz nah und machten uns mit dem Schnellzug auf den Weg nach Changzhou zur Firma Rieter.

Rieter ist der weltweit führende Anbieter von Systemen für die Kurzstapelfaser-Spinnerei. Das Unternehmen mit Sitz in Winterthur entwickelt und fertigt Maschinen, Systeme und Technologiekomponenten für die Verarbeitung von Naturfasern und Synthetischen Fasern sowie deren Mischungen zu Garnen. Der Hauptfokus von Rieter liegt in der Montage. Das Unternehmen ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Das Technologiecenter ist der Stolz des Unternehmens. Viele Kunden möchten wissen, was genau das Endprodukt ist. So reisen die Kunden mit ihren Materialien an und testen die Maschinen vor Ort. So sieht der Kunde den Stoff und kann die gewünschte Qualität prüfen.

Die hohe Qualität und deren Sicherung stellt das Unternehmen mit ISO 9001:2008 sicher. Ein wichtiges Entwicklungsziel des Unternehmens ist die Energieeinsparung.

Auch bei Rieter ist ein enges Kundenverhältnis wichtig. China hat viele lokale Anbieter und umso mehr ist es wichtig, dass Rieter einen USP hat, der andere Firmen nicht anbieten kann. Die Innovationskraft spielt hier eine elementare Rolle.

Ein Technologieunternehmen, das wir unbewusst jeden Tag antreffen, wenn wir unsere Kleider anziehen¨.

Qualität und Lernprozesse

Leanmanagement und Prozessoptimierung sind Priorität. Die Reduktion des Logistikaufwandes ist eines der Hauptziele. Der Intercompanyhandel beträgt rund 4-6 Mio. Franken pro Woche. Kanban reduziert den Lagerumschlag bis 5 Tage. Das Ziel des Unternehmens ist es diesen auf 2.5 Tag zu reduzieren.

 

Kanban ist eine Methode der Produktionsprozesssteuerung. Das Vorgehen orientiert sich ausschliesslich am tatsächlichen Verbrauch von Materialien am Bereitstellungs- und Verbrauchsort.

 

Pro Quartal werden rund 500 Kaizenvorschläge generiert. Die besten Vorschläge werden honoriert und sind gar Teil des Lohns. Der Chinese lebt nach der Mentalität von Herzberg. In China wird schlechte Arbeit monetär bestraft und Erfolge werden belohnt. Das Nichtbefolgen dieser Mentalität symbolisiert Schwäche des Managements. Öffentliche Mahnbriefe in der Kantine gehören dazu.

Die grösste Herausforderung ist die Regulation der Softfaktoren. Wie kann ich mein Team ohne monetären Anreize motivieren? Die Antwort ist Jobenrichment. Nebst der Mitarbeitermotivation hilft Jobenrichment Produktschwankungen abzufangen. Gleiche Produktivität – weniger Mitarbeitenden – gleicher Output – mit derselben Motivation.

 

Wusstet ihr, dass Chinesen eifrige Sparer sind? Kinder achten auf Eltern und sorgen auch im Alter für ihren Vater und ihre Mutter. Sie sparen fürs Alter aufgrund des fehlenden Sozialsystems. Chinesen haben nicht viele Hobbies. Sie arbeiten lieber aber sind keine Frühaufsteher.
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