Mr. Donny und Mr. Patrick Jung – Zwei Männer – zwei Welten – ein Ziel: Unternehmerischer Erfolg

Blogbeitrag vom 4.5.16

Auf dieser Studienreise jagt ein Eindruck den nächsten. Viele davon haben mich heute zudem auch noch „be-eindruckt“ und so wird aus einem Eindruck eine nachhaltige Erinnerung. Ich werde mich ganz sicher an die U-Bahnfahrten in Shanghai erinnern, ich werde mich daran erinnern, wie ein chinesischer Geschäftsmann namens Donny über Leadership und seine Karriere gesprochen hat, ich werde mich an einen Zürcher namens Patrick Jung erinnern, welcher ad interim die Leitung der Produktion übernommen hat und zusammen mit chinesischen Mitarbeitenden am Erfolg arbeitet und ich werde mich an eine atemberaubend schöne Skyline mit ihren 1000 Lichtern erinnern, welche wir auf einer Huangpu River Tour genossen haben.

Aber der Reihe nach…

Wir haben uns mit der U-Bahn auf dem Weg zu den Büros von Meyer Burger gemacht. Dir grosse Rush Hour war bereits vorbei. Die Tickets können am Automaten gekauft werden, die Haltestellen sind nicht nur in Chinesisch sondern auch auf Englisch auf den Plänen vermerkt und werden sogar auf Englisch durchgesagt. Von dem Einsteigeprozedere könnten wir in der Schweiz einiges lernen. Jeder steht vor Ankunft des Zuges genau so vor dem Einstieg, dass die ankommenden Passagiere getrennt von den wartenden Personen ungehindert aussteigen können und ganz klar ist, in welcher Reihenfolge die Passagiere einsteigen. So geht alles viel schneller. Wenn ich das nächste Mal in einen Zug in der Schweiz einsteigen werde, das Gedränge der ein- und aussteigenden Passagiere sehe, werde ich daran denken. Warum funktioniert das hier, warum ist das hier selbstverständlich und bei uns nicht?

Rush Hour

Meyer Burger

HFWgoesChina-Truppe
HFWgoesChina-Truppe

Nun zu Mr. Donny

Ein erfolgreicher General Manager erzählt uns in seiner ruhigen Art wie man Erfolg als Führungsperson hat und ergänzt das Ganze mit persönlichen Erfahrungen, z.Bsp wie er zu den Top-Jobs gekommen ist, welche er in seiner Karriere bis anhin in den USA und China innehatte. Darunter u.a. Hiltl (Liechtenstein) und viele mehr. Mir scheint, nicht die Unternehmen haben sich für ihn entschieden, sondern er für die Unternehmen.

Donny
Mr. Donny

Ratschläge sind bekanntlich auch Schläge, aber von ihm kamen diese ganz einfach nach dem Motto: „Take it or leave it“ rüber. Für ihn haben sie funktioniert. Er strahlt Glaubwürdigkeit aus, man nimmt ihm ab, dass er tatsächlich nach diesen Prinzipien handelt.

  • Leaders learn through experiance – The key to success is to „do it“
  • Be patient-build time in the job
  • Take on a bold new project
  • Find a coach
  • Passionately study your industry

Die „seven key management skills“, die Folie « what are winners made of » und « the successful manager in China/Asia“ werden hier nicht ausführlich besprochen, denn wo bleibt sonst der Anreiz für die Blog lesenden HFW Studierenden, nächstes Jahr selber an der Studienreise teilzunehmen?

Nach der Besichtigung der Büroräumlichkeiten und einem typischen „Office-Lunch“ fuhren wir in die Produktionsstätten.

Lunch Time
Lunch Time

Wir wurden von Herrn Patrick Jung begrüsst, der hier für 6 Monate als Chef amtiert, bevor die Leitung durch eine chinesische Führungsperson übernommen wird. Seine chinesischen Mitarbeitenden erklärten uns die Zusammenhänge von Localisation, Engineering, Supply Chain und Qualitätssicherung in Bezug auf dort produzierte Laminatoren, welche nach China, Indien und Brasilien ausgeliefert werden und bei denen es klar Sinn gemacht hat, die Produktion aus der Schweiz nach China zu verlagern. Wer jetzt denkt, dass dies nur aus Gründen günstigerer Löhne geschehen ist, täuscht sich massiv. Die Kunden sind nun einmal mehrheitlich hier in Asien, es kann rascher auf die genauen Kundenwünsche eingegangen und rascher ausgeliefert werden. Die Lohnkosten in China mögen im Vergleich zur Schweiz noch tiefer sein, aber sie sind in der letzten Zeit stark gestiegen, so dass es selbst für chinesische Firmen manchmal günstiger wäre im Ausland zu produzieren. Gewisse chinesische Firmen lassen neuerdings in Afrika herstellen und bauen dort Produktionsstätten mit chinesischer Architektur (!)-strange…

Ein vertiefter Einblick in die Produktion einer Schweizer Firma in Shanghai. Wann erhält man das schon? Nur fotografieren war verboten, was in der heutigen Zeit der Industriespionage nur allzu verständlich ist. Einzelne Elemente unserer Gruppe könnten ja auch gut als Spionin oder Spion durchgehen…

Im Anschluss hingen noch alle an den Lippen von Herrn Jung, welcher als ad-interims-Manager auf der ganzen Welt Mandate annimmt und über seinen Werdegang, sein momentanes Leben als Schweizer in Shanghai und über seine Ausbildung gesprochen hat. Ich hätte ihm selber gerne noch stundenlang Fragen gestellt. Vielleicht kann ich ihn mal noch für einen Input an der HFW gewinnen, wenn er wieder in der Schweiz ist.

Über den einstündigen Rivercruise im abendlich beleuchteten Shanghai fehlen mir die Worte. Hier können nur Bilder sprechen.

Morgen früh geht es in den Hochgeschwindigkeitszug…

Ernst und Claudia danken Euch für die Lektüre des heutigen Blogeintrages.

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