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Interview mit Marc Schneider, ehemaliger Teilnehmer der Studienreise 2016

«Die ehrliche und offenherzige Art, mit der wir von den Kolleginnen und Kollegen in China empfangen worden sind, hat mich sehr beeindruckt.»  Marc Schneider

Vorname/Name: Marc Schneider
Alter: 31 Jahre
Funktion/Arbeitgeber: Stv. Leiter Kreditorenbuchhaltung, Swisscom (Schweiz) AG
HFW: abgeschlossen an der HFW in Thun im Jahr 2015


Du hast im April 2016 der ersten Studienreise HFWgoesCHINA beigewohnt. Was war der ausschlaggebende Punkt für deine Teilnahme?

Da ich im Herbst 2015 mein dreijähriges Studium an der HFWBern erfolgreich abgeschlossen hatte, war diese Reise nach China für mich und einige meiner Studienkolleginnen und Studienkollegen als eine Art Abschlussreise gedacht. Zudem hatte China schon immer eine grosse Faszination auf mich ausgeübt.

Warst du vorher bereits in China?

Nein, dies war meine erste Reise nach China.

Wie hast du dich vorbereitet?

Meine Vorbereitungen auf die Studienreise beschränkten sich in erster Linie auf das Lesen von Sachbüchern zum Thema China. Zudem habe ich mich ein wenig mit den Gepflogenheiten und Bräuchen der chinesischen Kultur auseinandergesetzt und den Versuch gestartet, ein wenig Chinesisch zu lernen – was mir leider nicht gelungen ist.

Haben sich deine Erwartungen erfüllt?

Die ehrliche und offenherzige Art, mit der wir von den Kolleginnen und Kollegen in China empfangen worden sind, hat mich sehr beeindruckt. Unsere zwei Guides Fränzi und Marc haben es mit ihrem Einsatz, ihrem Engagement und nicht zuletzt dank ihrem Beziehungsnetz geschafft, uns ein wunderbares Erlebnis zu bieten. Meine Erwartungen wurden daher mehr als nur erfüllt.

Nun liegt die Studienreise bereits neun Monate zurück; was hast du von der Reise mitgenommen?

Auch neun Monate nach der Studienreise schaue ich mir regelmässig die Fotos an und schwelge in Erinnerungen. Gerne denke ich an unsere Abende im Nachtleben Schanghais, die vielen Besichtigungen, Treffen und Tischgespräche zurück. Ich habe viel neues Wissen über die Arbeitswelt Chinas gesammelt, durfte die Esskultur und die Bräuche dieses Landes kennenlernen und neue Freundschaften schliessen, die zum Teil bis heute Bestand haben.

Hat dich die Erfahrung beruflich und/oder persönlich geprägt?

Die Geschwindigkeit, mit der sich dieses Land entwickelt, hat mich stark beeindruckt. Auch die Faszination für die altehrwürdige Kultur und die schiere Grösse bestärken meinen persönlichen Wunsch, China in absehbarer Zeit wieder zu bereisen.

Was hat dich am meisten überrascht, wenn du die Geschäftskultur hier und dort miteinander vergleichst? Mit welchen Erkenntnissen hattest du überhaupt nicht gerechnet?

Am meisten überrascht hat mich, dass ich zwischen der Geschäftskultur Chinas und jener der Schweiz nur marginale Unterschiede feststellen konnte. Die besichtigten Geschäftsstellen und Fabriken könnten genauso gut irgendwo in der Schweiz stehen. Damit hatte ich so nicht gerechnet. Möglicherweise liegt es auch einfach daran, dass wir Schweizer Firmen und deren Produktionsstätten besichtigt haben, bei denen in erster Linie Standards angewendet werden, die uns vertraut sind.

Du hast in deiner Diplomarbeit über die 5S-Methode in der Theorie geschrieben und dann vor Ort in China bei den Produktionsbesichtigungen in der Praxis darüber erfahren. Kannst du uns von deinem Aha-Erlebnis in diesem Moment berichten?

Ich war fasziniert, wie modern und stark aufeinander abgestimmt die Produktionsprozesse in den besichtigten Fabriken waren. Die kontinuierlichen Verbesserungsprozesse und die 5S-Methode sind in den Köpfen der Mitarbeiter stark verankert und werden gelebt. Auch wird eine offene und sachbezogene Fehlerkultur gepflegt. Hier hat China gegenüber der Schweiz einen deutlichen Vorsprung (das war das Aha-Erlebnis). Dies liegt womöglich daran, dass in unserem Arbeitsalltag die Themen KVP und 5S noch nicht vollends angekommen sind und in vielen Fällen erst auf dem Reissbrett existieren.

Was war dein grösstes Highlight?

Eines der grössten Highlights war, nebst den kulinarischen Ausflügen und dem Nachtleben Schanghais, die abendliche Bootsfahrt auf dem Huangpu River. Die Skyline Schanghais gehört meines Erachtens zu den schönsten und beeindruckendsten weltweit.

Was gibst du den künftigen Teilnehmenden mit auf den Weg?

Geht offen auf die Menschen zu, die euren Weg kreuzen, stellt viele Fragen und zeigt Interesse für ihre Arbeit. So bekommt ihr einen tiefen Einblick in den Arbeitsalltag und die Kultur Chinas. Vielleicht habt ihr auch die Möglichkeit, euren Aufenthalt zu verlängern und als Tourist die unzähligen Sehenswürdigkeiten dieses Landes zu besichtigen – das kann ich euch nur wärmstens empfehlen.

Die nächste Studienreise beginnt schon bald. Die Studierenden 2017 werden am kommenden Sonntag, 16. April 2017, in Schanghai ankommen. Seien Sie gespannt auf weitere spannende Artikel.

 

Ein Auslandaufenthalt fördert Ihre Persönlichkeitsentwicklung

Das bevölkerungsreichste Land der Erde ist zugleich eines der widersprüchlichsten und komplexesten. Von China geht aber auch eine grosse Faszination aus; allein aufgrund seiner Kulturgeschichte der letzten viertausend Jahre. China kann sich einer der ältesten Zivilisationen der Welt rühmen. Die Geschichte des Landes ist geprägt von Machkämpfen rivalisierender Lager, von Zeiten des Friedens und Wohlstand, in denen fremde Einflüsse aufgenommen wurden. Das Staatsgebiet gliedert sich in 22 Provinzen, 5 autonome Gebiete, 4 regierungsunmittelbare Städte und 2 Sonderverwaltungszonen. Zu den grössten Bevölkerungszentren gehören Schanghai, die Hauptstadt Peking, das autonome Hongkong, Guangzhou, Shenzhen, Chongqing und Wuhan.

Studierende der HFWBern erhalten die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit China zu machen. Teilnehmende, die China nur als Feriendestination kennen, lernen das spannende Land auf wirtschaftlicher Ebene kennen. Ein abwechslungsreiches Programm in und rund um Schanghai wird geboten. Ein besonderer Reiz von Schanghai liegt sicherlich im Kontrast zwischen den altehrwürdigen Kolonialbauten auf der einen Seite des Huangpu und den neuen, glitzernden Hochhäusern auf der anderen Seite. So, wie sich die Architektur präsentiert, ist auch die Geschäftswelt positioniert. Wirtschaftlich weist die Volksrepublik China seit vielen Jahren eine hohe Dynamik auf. Sie gilt auf dem Weg zum Industriestaat immer weniger als Schwellenland und hat sich seit ihrer Reform- und Öffnungspolitik nach dem Ende der Kulturrevolution ab 1978 zunehmend wieder zu einer wirtschaftlichen und technologischen Grossmacht entwickelt. Seit 2011 ist das Land vor Japan zweitgrösste Wirtschaftsmacht.

Jedes Jahr erhalten Studierende die Möglichkeit, Bildung zu erleben. Der Kompetenztransfer spielt eine grosse Rolle. Es besteht die Möglichkeit, die Reise gleich in die Diplomarbeit zu integrieren, um so seine Erfahrungen als Wissensausweis vertieft anzuwenden und zu nutzen.

Das Beispiel von Marc Schneider zeigt uns, dass ihm der Besuch einer Produktionsfirma spannende Hinweise für seine Diplomarbeit geliefert hat. Er hat die 5S-Methode im Bildungsunternehmen theoretisch gelernt und in China untersucht. Vergleichen auch Sie Ihre Themen, und nehmen Sie an der Studienreise der HFWBern teil.

HFWgoesCHINA – Ihr Weg zur Persönlichkeitsentwicklung.

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