Nächste Reise

Bist du beim nächsten Mal mit dabei? Dann melde dich gleich heute noch an. Hier die Daten der nächsten Reisen:

Die Herbstreise 2019 findet vom 26. Oktober bis und mit 3. November 2019 statt.
Die Frühlingsreise 2020 findet vom 4. April bis und mit 12. April 2020 statt.

Share this post:

Die Reise ist zu Ende – Viele Eindrücke bleiben

In unserem Abschluss-Referat standen General Management/Unternehmensführung als auch Leadership im Fokus.

Gespickt mit vielen praxisnahen Erfahrungsberichten wurde den Studierenden aufgezeigt, dass, um eine erfolgreiche Karriere im asiatischen Raum und speziell in China aufzubauen, jeweils ein «Abstecher» in die beiden Abteilungen Sales/Verkauf oder Finance/Finanzen von grosser Wichtigkeit sind. Um die Karriereplanung gezielt voranzutreiben, ist auch eine Vertrauensperson im Sinne eines Coaches sehr hilfreich.

Im Plenum meldeten sich zwei Studierende zu Wort und erzählten, wie sie ihre persönliche berufliche Laufbahn schon heute mit einem Coach vertiefen.

Die Q&A-Runde war dann ans uns allen bekannte St. Galler Management Modell angelehnt. Structure follows strategy, processes und digital transformation, KPIs und vieles mehr wurde anhand  des Business Case von Bunzl, einem börsenkotierten Grosshandels- und Logistikkonzern mit starkem Wachstum in China, vertieft.
Ja, der Wissenszuwachs der letzten Tage und die Verbindung von den theoretischen Handlungsfelder des HFW-Lehrplans hin zur Praxis im chinesischen Geschäftsalltag war enorm. Zeit also, die Teilnehmenden zum Abschluss des offiziellen Programms mit einer Teilnahmebestätigung zur Stärkung ihres CVs und einem Erinnerungsfoto auszuzeichnen.

Schlussabend
Was wäre eine Studienreise ohne einen unvergesslichen Schlussabend beim Teppanyaki Dinner und anschliessend in der weltbekannten Bar Rouge, dem Hotspot von Shanghais Nachtleben? Und da Bilder mehr sagen als viele Worte, verweisen wir auf die Bildgalerie.

Heimkehr
Dass HFW-Absolventen auch grösseren Herausforderungen gewachsen sind, bewiesen sie auf der Heimreise. Aufgrund von wetterbedingten Flugverspätungen dauerte unsere Heimreise etwas länger als geplant .

Eine eindrückliche Reise geht zu Ende, doch die Erinnerungen und das Erlebnis bleiben!

Wir wünschen allen Teilnehmenden einen erfolgreichen weiteren Bildungsgweg!

Liebe Grüsse, die HFWbern.ch Crew

Share this post:

Hight-Speed Wirtschaftswachstum in China

Heute hatten wir den fünften Tag unserer Studienreise. Wir neigen tatsächlich dem Ende zu. Doch der heutige Tag war genauso unvergesslich wie die vergangenen hier in Shanghai.

304 km/h Zugfahrt nach Chanzhou – genauso fühlt sich auch das rasante Wirtschaftswachstum in China an. Wir haben viele Referate hinter uns, viele eindrückliche Momente…. Doch der heutige Tag, ein unvergessliches Abenteuer in den Produktionsstätten der zwei börsenkotierten Schweizer Unternehmen: Zum einen der weltweit führende Anbieter von Systemen für die Kurzstapelfaser-Spinnerei «Rieter» mit Sitz in Winterthur und zum anderen die Georg Fischer AG mit den drei Divisionen GF Piping Systems, GF Casting Solutions und GF Machining Solutions mit Sitz in Schaffhausen. Georg Fischer AG ist ein Industriekonzern spezialisiert für die Hochpräzisions-Fertigungstechnologie (Maschinenbau).

Rieter

Nach einer einstündigen High-Speed-Fahrt nach Chanzhou kamen wir in der Industriezone an. Wir wurden von der Firma Rieter ganz herzlich mit einem netten Plakat empfangen. Zu unserer Ehre trafen wir höchstpersönlich den Chief Executive Officer Michael Hubensteiner. Obwohl wir im Zug einen Teil des Geschäftsberichts durchlesen konnten, hat er uns in einer kurzen Präsentation das Unternehmen nähergebracht. Trotz rückläufiger Aufträge konnte er uns stolz die Zahlen vom Geschäfsjahr 2018 präsentieren.

„Hight-Speed Wirtschaftswachstum in China“ weiterlesen
Share this post:

Interview mit Hanspeter Lüdi, Inhaber LeanLogic AG, über seine Erfahrungen als Projektleiter bei Produktionsverlagerungen von der Schweiz nach China

Herr Lüdi, Ihre beruflichen Stationen führen/führten Sie während vieler Jahre immer wieder nach China, wo Sie unter anderem für den Maschinenbauer Georg Fischer, genauer gesagt für Georg Fischer Machining Solutions, die Produktionsverlagerung von der Schweiz nach China verantworteten. Welche Projektziele wurden dabei verfolgt?

Hanspeter Lüdi: Mit der Produktionsverlagerung vom Werk in Nidau ins chinesische Changzhou wurden folgende Projektziele verfolgt: Reduktion der Produktkosten und Verkürzung der Lieferzeit, der Aufbau der Qualitätssicherung in der Produktion für die «transferierte» Fräsmaschine sowie die Einkaufsunterstützung bei der Auswahl der lokalen Lieferanten und deren Qualität.

„Interview mit Hanspeter Lüdi, Inhaber LeanLogic AG, über seine Erfahrungen als Projektleiter bei Produktionsverlagerungen von der Schweiz nach China“ weiterlesen
Share this post:

Ein Erfahrungsbericht – Tag 4

Made in China

Auf dem Programm Stand heute der Besuch einer Textilproduktion der Sunging Group. Bevor wir die Produktionsstätte besucht haben, waren wir beim Headquarter der Nile.

Nile Headquarter

Als erstes sind wir mit dem Car zum Headquarter der Nile in Shanghai gefahren. Dort wurden wir von Vivianne und ihrem Team herzlich in Empfang genommen. Wir konnten den Showroom besichtigen und haben mehr über die Firma und ihre Arbeitsweise erfahren.

Produktionsstätte Sunging Group – Hangzhou

Nach knapp zweieinhalb Stunden sind wir in Hangzhou bei der Sunging Group angekommen. Dieses Unternehmen produziert unter anderem auch für Nile. Vivianne hat uns am Vormittag bei Nile erzählt, dass eine freundschaftliche Beziehung zum Lieferanten gepflegt wird und immer gemeinsam nach Lösungen gesucht wird. Ist für uns Schweizer sehr speziell, da es bei uns nicht so ist. Nicky, die Verantwortliche, hatte das Mittagessen schon für uns bereitgestellt. Danach durften wir die Produktion besichtigen. Wir hatten in jede Abteilung Einsicht. Folgendes haben wir gesehen:

„Ein Erfahrungsbericht – Tag 4“ weiterlesen
Share this post:

Interview mit Lucas Rondez, ehemaliger UBS-Banker und erfolgreichen Gründer seines Start-up Unternehmens NI-HUB in Hangzhou/China

«Ich bat meinen Arbeitgeber, mich nach China zu schicken, fand aber kein Gehör.
Ich entschied mich, dies auf eigene Faust zu wagen»

Auf nach China – die eindrückliche Karriere des Lucas Rondez

Im Alter von 22 Jahren packte der aus dem Kanto Jura stammende Lucas Rondez seine Koffer und reiste in die chinesische Millionen-Stadt Hangzhou. Heute ist Rondez eine wichtige Ansprechperson für europäische Unternehmen, die in China Fuss fassen wollen. Manchmal wundert sich der 36-jährige Schweizer über die Vorsicht seiner Landsleute.

Herr Rondez, Sie leben und arbeiten in der chinesischen Stadt Hangzhou, die knapp 10 Millionen Einwohner hat. Welches sind die grössten Unterschiede zum Leben in der Schweiz?

Das Wohlstandsniveau ist hier in Hangzhou sicher noch tiefer als in der Schweiz, entsprechend gross ist der Hunger, ein Business aufzubauen. Das zeigt sich daran, dass die Menschen deutlich mehr arbeiten als in der Schweiz. Statt von «9 to 5» gilt hier die 9-9-6- Faustregel: Gearbeitet wird von neun Uhr morgens bis neun Uhr abends, an mindestens sechs Tagen pro Woche. Und wenn sich Leute ausserhalb der Arbeit treffen, sprechen sie oft über Geschäftsmöglichkeiten.

Sie sind im jurassischen Dorf Bassecourt aufgewachsen. Hat Sie das Fernweh schon in jungen Jahren gepackt?

Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Eltern machten ihren Job, sind kaum gereist, weil mein Vater nicht fliegen wollte. Mitgegeben haben sie mir eine grundsätzliche Neugier aufs Leben und das beruhigende Gefühlt, dass sie mich unabhängig von meinen Entscheidungen unterstützen. Ich absolvierte nach der Schule die kaufmännische Lehre bei der UBS, arbeitete erst in Delsberg, dann in Genf. Asien zog mich schon in dieser Zeit magisch an, weil ich so wenig wusste über diese Kultur und es hiess, dort entwickeln sich die Märkte der Zukunft. So bat ich meinen Arbeitgeber, mich nach China zu schicken, fand aber kein Gehör. Ich entschied mich, das auf eigene Faust zu wagen. Die einengenden Strukturen bei der Schweizer Grossbank hatten mich ohnehin ermüdet. Ich liebte Herausforderungen, wollte etwas aufbauen und hatte als 22-Jähriger nichts zu verlieren.

Das ist nun 14 Jahre her. Was bleibt in Erinnerung von den ersten Tagen in der fremden Grossstadt?

Der Anfang war schwierig. Ich verstand kein Wort, kaum jemand redete Englisch – ich kam mir vor wie ein 3-jähriges Kind, das keinen Schritt allein machen kann. Doch ähnlich wie ein Kind hatte ich eine sehr hohe Motivation, schnell zu lernen. Ich baute mir ein Netzwerk auf, lernte Mandarin, reiste viel und fand mich bald zurecht im Alltag. Und eines Tages lernte ich einen Banker kennen, der sich als Vize-Präsident der Bank von Hangzhou entpuppte und mir die Chance gab, dort die Private-Banking-Abteilung aufzubauen. Nach gut sechs Jahren in der Bankbranche fühlte ich mich genügend gut integriert und vernetzt, um den Sprung ins Unternehmertum zu wagen. Ich hatte schon in jungen Jahren gewusst, das ich später einmal etwas Eigenes aufbauen wollte, und nirgendwo war die Start-up-Kultur so ausgeprägt wie in China.

Sie lancierten als Erstes eine Mobile-App für Ausländer, die in China Fuss fassen wollten.

Genau, ich bot an, wes ich selber sechs Jahre zuvor gebraucht hätte – eine elektronische Hilfe für alltägliche Dinge wie Tickets kaufen, telefonieren, Bahn fahren inklusive einer Kommunikationsplattform. Ich machte viele Fehler bei der Entwicklung dieses Angebots für Privatkunden und lernte entsprechend viel für meine heutige Tätigkeit, die sich an Geschäftskunden richtet. Seit 2017 eröffne ich ausländische Start-ups und KMU einen Zugang zum Ökosystem hier.

Was heisst das konkret?

China ist beispielsweise für Schweizer Unternehmen doppelt interessant: Einerseits finden sie hier einen Absatzmarkt für ihre Produkte, der grösser ist als in ganz Europa, regulatorisch aber viel weniger kompliziert. Zum anderen erhalten sie Zugang zu Investoren. Es gibt hier – inklusive der Regierung – viele Investoren, die nach guten Anlagemöglichkeiten suchen. Wir bieten in diesen Bereichen unabhängige Beratung an und betreiben einen Investmentfonds mit 15 Mitarbeitenden, der sich direkt an Firmen beteiligt oder kapitalsuchende Unternehmen mit finanzstarken Investoren zusammenbringt.

Und wie präsent sind Schweizer Unternehmen in Ihrer Region, in der auch Alibaba angesiedelt ist?

Die grossen Schweizer Player und spezialisierte Unternehmen aus der Medizinaltechnologie und Halbleiterindustrie sind hier gut vertreten, ebenso die Schweizer Post. Es ist ja längst nicht mehr so, dass die Chinesen kopieren, was in Europa und den USA entwickelt wird. Gerate in den Sparten Automation und künstliche Intelligenz ist China führend in der Innovation. Die Schweiz belegt in den Innovationsranglisten immer noch die vordersten Ränge, aber ich bin mir nicht sicher, ob das noch lange so bleibt. Ich sehe erstaunlich wenig Schweizer Start-up-Unternehmer in China, und ich stellte anlässlich eines längeren Schweiz-Besuchs fest, dass die Schweizer Start-Ups oft keine internationale Perspektive haben, während die Konkurrenz in Israel, Afrika, England oder den USA sehr global denkt und rasch die Welt erobern will. Ich konnte zum Beispiel in den Sommerwochen in der Schweiz fast keine Meetings abmachen, weil offenbar während Wochen alle in den Ferien waren. Das wäre hier in China nicht denkbar.

Lucas Rondez, 36 Jahre, Gründer und CEO von, nihub in Hangzhou/China

Share this post:

Ein Erlebnisbericht – Tag 3

Heute waren zwei Aktivitäten geplant, welche unterschiedlicher nicht sein konnten. Zum einen, die Ansicht der Chinesen zu ihrem Land und zum anderen die Sicht des Aussenkorrespondenten Pascal Nufer. In den letzten zwei Tagen konnten wir uns bereits ein wenig mit diesen Themen beschäftigen und waren umso mehr gespannt, was für Informationen wir serviert bekommen.

Präsenz der Schweizer Unternehmungen in Shanghai

Das bedeutendste für uns war, dass China der dritte Handelspartner der Schweiz nach der EU und USA ist. Das China ein wichtiger Handelspartner ist, haben wir alle bereits gewusst, doch über die Bedeutung waren wir uns nicht im Klaren. Olivier Zehnder, der Generalkonsul, hat uns allgemein viele Facts in diesem Bereich geliefert. Die Schweiz war übrigens eines der ersten westlichen Länder, die China für ihren Wachstum anerkannt hat und 1980 mit Schindler investiert hat.

„Ein Erlebnisbericht – Tag 3“ weiterlesen
Share this post:

Welcome to China – Tag 2

Heute besuchen wir ein Referat bei Yuki Wang. Sie ist Leiterin im Bereich Human Ressources und ermöglicht uns einen Blick hinter die Kulissen zum Thema chinesisches Personalmanagement.

Der Vortrag beginnt mit der Geschichte von China. Seit zwei Generationen wächst dieses Land extrem schnell. Im 1979 eröffnete China das Tor zur Welt und machte sich international einen sehr guten Namen. Aus diesem Grund kommen mehr ausländische Firmen sowie Arbeitnehmer in dieses Land vor allem nach Shanghai. Obwohl Peking die Hauptstadt Chinas sowie der politische Kern ist, wird Shanghai als der Zentralpunkt der chinesischen Wirtschaftes bezeichnet. Dies ist bei uns in der Schweiz mit Zürich und Bern zu vergleichen.

Shanghai ist die grösste Stadt in China sowie auch in der ganzen Welt. Die in Shanghai lebenden Menschen bezeichnen sich lieber als „Shanghainesen“ anstatt Chinesen. Sie sind stolz auf ihre Stadt und wollen sich von den Resten Chinas unterscheiden.

„Welcome to China – Tag 2“ weiterlesen
Share this post:

Interview mit Georg Boehm, Chief Operation Officer (COO) bei Troester Machinery in Shanghai und Expat in China seit 2013

Lieblingszitat:
„Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muss die Treppe benutzen.“ Emil Oesch, Schweizer Schriftsteller und Verleger

Was bewegt erfolgreiche Manager dazu, als Expat nach China zu gehen? Wodurch zeichnet sich ihr neues Leben dort aus? Was wirkt auch nach einem längeren Aufenthalt noch immer anziehend? Ein C-Level-Manager und Expat gibt Auskunft und beantwortet in diesem Leuchtturm 13 Fragen.

Ich arbeite in China weil…
…ich die Herausforderung liebe, eine leitende Position im Ausland mit einer faszinierenden Kultur mit wundervollen Menschen zu übernehmen und für mich sowohl beruflich als auch privat eine klare Horizonterweiterung war und immer noch ist. Man wächst mit seinen Aufgaben – Carpe diem!

Zum ersten Mal in China war ich…
…von dem dynamischen und manchmal „Wettkampf-Modus“-lastigen Fahrstil meines Taxifahrers überrascht – lach. Was in der Schweiz bestimmt 10 Unfälle verursacht hätte, ist in China Alltag und kein Problem, da alle Verkehrsteilnehmer (Objektiv betrachtet) aufeinander achten. Der Verkehr ist wie das Leben: Ein Kampf nach vorne zu kommen und funktioniert erfolgreich nur nach dem „Bruce Lee-Prinzip“: Sei wie das Wasser und passe dich den Gegebenheiten an!

Besonders interessieren mich an China…
Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Chinesen möchte ich besonders als chinesisches Alleinstellungsmerkmal hervorheben und habe ich sonst nur in Süd-Italien kennengelernt: Wenn man sich auf die Kultur und die Leute offen einlässt, wird man Teil der Familie, des „Inneren Kreis“ – La Familia. Franziska und Marc werden Euch das auch bestätigen können!

Nie verstehen werde ich in China…

Das Wort „Mass“ ist für viele Chinesen ein Fremdwort: Alles oder nichts ist hier die Devise und das Alltagsbild zeichnet sich durch Extreme aus, sei es bei den Autos, Immobilienpreisen, Investments, den gesetzten Glücksspiel Summen, den Mao-Tai-Reisschnaps-Businessdinner Trinkgelagen oder dass einfach immer viel zu viel Gerichte beim Dinner bestellt werden… Ein weiteres Merkmal, an das man sich in China gewöhnen muss, ist das Thema Pünktlichkeit und Verbindlichkeit, welches frei interpretiert wird und speziell bei uns Schweizern/Deutschen, welchen das Thema wichtig ist, manchmal auf Unverständnis trifft.

Meine Heimat vermisse ich manchmal wegen…
Meinen alten Freunden, Familie und Bekannten, die ich durch meine Standortwahl nicht so oft sehe. Ich bin jedoch mehrmals im Jahr in Deutschland, nicht nur geschäftlich unterwegs, deshalb hält sich das Defizit im angemessenen Rahmen.

Mein Heimatland könnte aus der chinesischen Arbeitswelt gebrauchen…
Spontanität, Dynamik und Offenheit neue Sachen auszuprobieren. Nicht viel reden, sondern einfach machen: Eine gemeinsame Lösung finden und zeitnah umzusetzen. Das zeichnet China aus und spiegelt sich auch in deren starker Marktwirtschaftslage und Entwicklung der letzten Jahre wieder.

An der deutschen Arbeitswelt schätze ich im Vergleich zu China…
Das Thema Nachhaltigkeit, das strukturierte analytische und vorausdenkende Arbeiten sowohl als die praxisnahe Ausbildung an der University of Applied Science (FH), die ich besuchen durfte.

Der grösste Kulturunterschied zwischen Deutschland und Chinesen ist…
WENN hier in China etwas funktionieren soll, braucht man einen Plan A, B, C, D und eine Spontan-Lösung. Auch das Thema Gesicht wahren ist immer noch sehr wichtig und es erfordert Fingerspitzengefühl, den chinesischen Mitarbeiter nicht ungewollt auf den „psychologischen Schlips“ zu treten.

Wer in China nur eine Stadt sehen kann, dem empfehle ich…
Puh… grosse Auswahl, aber ich empfehle Chengdu im zentral gelegenem Sichuan, was sich in den letzten 20 Jahren unglaublich entwickelt hat und die Tradition und Kultur mit der modernen Neuzeit in bemerkenswerten Einklang bringt. Unbedingt das Gesichterwechsel-Theater und die „Fress-Strasse“ in der Altstadt besuchen, als auch die grosse Panda Aufzuchtstation, der das National Tier Chinas darstellt!

Wer in China nur ein Gericht probieren kann, dem empfehle ich…
Xialongbao, das sind in Bambuskörbchen gedämpfte „Maultaschen“, die auch Suppe in der Tasche enthalten: super lecker, aber Achtung, dass ihr die Zunge nicht verbrennt!

Wenn ich mir China in 2022 vorstelle, dann sehe ich…

1.) Wasserstoff betriebene, schon teil-autonom fahrende Autos im regulären Strassenverkehr. Wie bereits erwähnt, treiben die Chinesen extrem die Entwicklung und Wirtschaft voran!
2.) Standard Hotels, wo man nur per Gesichtserkennung einchecken kann inklusiv Roboterpersonal (Barmann & Zimmerservice). Dies kann man übrigens schon auf eurer bevorstehenden Studienreise in Hangzhou in einem dortigen Hotel ausprobieren!

Welches war das prägendste Erlebnis, das Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn in fernen China erlebt haben?
Da gibt es einige, aber das witzigste und prägendste Ereignis, was mich zum Umdenken gebracht hat, war das, als ich einem chinesischen Mitarbeiter einen Sachverhalt bildreich zu erklären versuchte und er einfach vor mir eingeschlafen ist….da fällt einem echt die Kinnlade runter. Ein Vortrag, wie in Deutschland, funktioniert hier nur bedingt und ich schwenke dann meistens auf Workshops mit intensiven Brainstormings ein, um die Mitarbeiter besser an der Stange zu halten und persönlich /aktiv zu integrieren.

Welchen Ratschlag geben Sie den Studierenden, welche in wenigen Tagen ihre China-Studienreise hfwgoeschina in Angriff nehmen, mit auf den Weg?

Es gibt keine Probleme….nur kleine und grosse Herausforderungen, an denen du dich persönlich, fachlich und charakterlich misst und wächst. Fehlentscheidungen und Fehler zu machen ist nie schön, diese sind aber essentiell notwendig, da nur dadurch eine positive Selbstentwicklung ermöglicht wird! Deshalb ist es wichtig, auch einmal die „Komfortzone“ zu verlassen und seine Grenzen neu auszuloten! Wenn du etwas erreichen und verändern willst, musst Du selbst die Veränderung sein! Eine der angenehmsten Arten zu lernen ist, wenn du auf Reisen gehst, um andere Orte, Kulturen und Menschen kennenzulernen, was in der heutigen Zeit der Internationalisierung wichtig ist und sich auch gut im Lebenslauf macht. Die China-Studienreise kann deshalb ein erster Schritt in diese Richtung der Persönlichkeitsentwicklung sein, auf den Geschmack zu kommen und ich wünsche euch viel Spass und unvergessliche Eindrücke im Reich der Mitte, die ihr in die Schweiz zurücknehmen könnt! Denn wer eine Reise tut, der kann etwas erzählen! Yīlùpíngān! Alles Gute!

Georg Boehm, 35 Jahre, Chief Operation Officer, Troester Machinery Shanghai
Ausbildung: Dipl. Ing. (FH) Produktionstechnik, Fokus QM, Fertigungsplanung und Steuerung und Projektmanagement an der University of Ap-plied Science in Rosenheim/Deutschland Aktuell: Class 2019 – Global Executive MBA an der China Europe International Business School CEIBS in Shanghai, Barcelona & Zürich

Share this post:

Interview mit Sofia De Vitis, ehemalige Teilnehmende der Studienreise 2018

In den öffentlichen Parks herrscht Frieden und Ruhe… Vor einem hektischen Tag in dieser Großstadt kann man dort zu Kräften kommen und den Tag friedlich starten.“ Sofia De Vitis

Du hast im April 2018 der dritten Studienreise HFWgoesCHINA beigewohnt. Was war der ausschlaggebende Punkt zu deiner Teilnahme?
Der ausschlaggebende Grund für meine Teilnahme war mein grosses Interesse daran, Shanghai aus einer etwas anderen Perspektive kennenzulernen. Bei meinen sonstigen Reisen erlebe ich die Städte nur als Touristin. Ich wusste, dass ich bei dieser Studienreise zu „Insider-Wissen“ kommen würde und dass ich alle meine Fragen, die ich zu China habe, direkt vor Ort stellen durfte.

Warst du vorher bereits in China?

Nein, dies war meine erste Reise nach China. Wie hast du dich vorbereitet? Ich habe mich vor allem mit dem Programm auseinandergesetzt und die Homepages der Firmen, die wir besuchen wollten, studiert. Zudem habe ich mich erkundigt, was ich in der freien Zeit alles besichtigen möchte und wer meiner Mit-Studierenden mitmachen würde.

Haben sich deine Erwartungen erfüllt?
Meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Wir waren eine super Gruppem mit der man sowohl Spass haben wie auch über ernste Themen diskutieren konnte. Die Menschen, die ich in China kennenlernen durfte, waren sehr freundlich und hilfsbereit. Sie haben sich uns gegenüber geöffnet und die vielen Fragen geduldig beantwortet. Mit ihrem grossen Netzwerk konnten Marc und Fränzi uns verschiedene Aspekte dieser Grossstadt zeigen und uns zudem jede Frage beantworten, die wir nicht direkt den Einheimischen stellen konnten.

Nun liegt die Studienreise bereits 10 Monate zurück, was hast du von der Reise mitgenommen?

In erster Linie habe ich mein wertvolles Notizbuch mitgenommen. In diesem Buch habe ich mir alles aufgeschrieben, was während der Vorträgen und Roundtable-Gesprächen diskutiert wurde. Ich habe mir viele Notizen dazu gemacht, was ich noch unbedingt zuhause nachlesen will. Zudem habe ich viele Fotos von dieser Woche eingeklebt, die ich manchmal anschaue. Diese Reise hat zudem meine Neugier geweckt, mehr über andere Kulturen und Bräuche zu erfahren.

Hat dich die Erfahrung beruflich und/oder persönlich geprägt?
Mich hat die Tatsache beeindruckt, dass sich die Menschen am Morgen so viel Zeit nehmen, um richtig in Gang zu kommen. Ich versuche seither, jeden Morgen fünf Minuten früher aufzustehen, um mich wirklich auf den Tag vorzubereiten.

Was war dein grösstes Highlight?
Das grösste Highlight war der letzte Abend. Das Abendessen im Teppanyaki-Stil sowie das Nachtleben Shanghais haben mir ausserordentlich gut gefallen. Die Stimmung war einfach super und ich habe mich rundum wohl gefühlt. Was gibst du den künftigen Teilnehmenden mit auf den Weg? Ich empfehle zukünftigen Teilnehmern, sich vorgängig über Shanghai zu informieren und sich zu überlegen, was man in der freien Zeit noch alles unternehmen möchte. 

Share this post: